Über den OCD Test: Wissenschaftlich fundierte Selbsteinschätzung
Unser OCD Test (auch: Zwangsstörung Selbsttest) wurde entwickelt, um dir eine erste, fundierte Orientierung zu geben, ob du möglicherweise Anzeichen einer Zwangsstörung (englisch: Obsessive-Compulsive Disorder, OCD) zeigst. Der Test basiert auf den diagnostischen Kriterien des DSM-5 und ICD-11 sowie etablierten klinischen Screening-Instrumenten wie dem Y-BOCS (Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale), entwickelt von Wayne K. Goodman et al. (1989).
Wir möchten dir mit diesem kostenlosen Selbsttest eine seriöse, wissenschaftlich fundierte Hilfestellung bieten – anonym, ohne Anmeldung und basierend auf aktuellen Leitlinien.
Der Test erfasst 20 Fragen zu fünf Kernbereichen von OCD:
- Aufdringliche Gedanken (Obsessionen) – Ungewollte, wiederkehrende Gedanken, Bilder oder Impulse
- Zwangshandlungen (Kompulsionen) – Wiederholte Verhaltensweisen oder mentale Rituale
- Zeitaufwand – Wie viel Zeit deine Symptome täglich beanspruchen
- Leidensdruck – Ausmaß von Angst, Ekel oder Unbehagen
- Funktionsbeeinträchtigung – Auswirkungen auf Alltag, Arbeit und Beziehungen
Diese fünf Dimensionen entsprechen den klinischen Diagnosekriterien für Zwangsstörungen.
Was ist eine Zwangsstörung (OCD)?
Eine Zwangsstörung (OCD) ist eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene unter wiederkehrenden, aufdringlichen Gedanken (Zwangsgedanken/Obsessionen) und/oder ritualisierten Handlungen (Zwangshandlungen/Kompulsionen) leiden. Laut epidemiologischen Studien sind etwa 2-3% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens betroffen (Ruscio et al., 2010).
Das Besondere: Die Betroffenen erkennen meist selbst, dass ihre Gedanken irrational und ihre Handlungen übertrieben sind – können aber trotzdem nicht aufhören. Dieser innere Konflikt ist besonders belastend.
Woher weiß ich, ob ich OCD habe? – Typische Anzeichen
Die Frage "Woher weiß ich, ob ich OCD habe?" ist eine der häufigsten Suchanfragen. Hier sind typische Anzeichen, auf die unser OCD Test eingeht:
Merkmal |
Normale Sorgen |
OCD (Zwangsstörung) |
|---|---|---|
Zeitaufwand |
Gelegentlich, situationsbezogen |
Oft > 1 Stunde täglich |
Inhalt der Gedanken |
Realistische Alltagssorgen |
Oft irrational, ich-dyston (widersprechen eigenen Werten) |
Reaktion |
Problemlösung möglich |
Rituale zur kurzfristigen Erleichterung |
Kontrolle |
Gedanken lassen sich beiseiteschieben |
Gedanken kehren immer wieder zurück |
Funktionsbeeinträchtigung |
Gering oder keine |
Deutliche Einschränkungen in Alltag, Beruf, Beziehungen |
Emotionale Reaktion |
Unbehagen, das nachlässt |
Intensive Angst, Ekel, Unbehagen |
Beispiele für OCD: Welche Formen gibt es?
Was sind Beispiele für OCD? Zwangsstörungen können sich auf viele verschiedene Arten äußern. Hier sind die häufigsten Subtypen, die auch in unserem OCD Test berücksichtigt werden:
Waschzwang/Contamination OCD: Intensive Angst vor Keimen, Schmutz oder Kontamination, exzessives Waschen und Reinigen
Kontrollzwang: Wiederholtes Überprüfen von Türen, Herd, Wasserhähnen – oft 10-mal oder häufiger
Aggressive Zwangsgedanken (Harm OCD): Aufdringliche Gedanken darüber, sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen
ROCD (Beziehungszwänge): Quälende Zweifel an der Beziehung, dem Partner oder den eigenen Gefühlen
Ordnungszwang/Just Right OCD: Der Drang, dass Dinge "genau richtig" sein müssen, Symmetrie
False Memory OCD: Zweifel, ob man etwas Schlimmes getan hat, ohne sich daran zu erinnern
Religiöse OCD (Scrupulosity): Angst vor Blasphemie, Sünde, moralischem Versagen
Sexuelle Zwangsgedanken: Ungewollte sexuelle Bilder oder Impulse, die als abstoßend empfunden werden
Zwangsgedanken spiegeln nicht die wahren Wünsche einer Person wider. Menschen mit aggressiven oder sexuellen Zwangsgedanken sind nicht gefährlich – sie leiden gerade deshalb so stark, weil diese Gedanken ihren eigenen Werten widersprechen. Das Ego-dystonie-Merkmal ist ein zentrales Diagnosekriterium.
Wie testet man OCD? – Der diagnostische Prozess
Wie testet man OCD? Eine offizielle Diagnose kann nur von qualifizierten Fachleuten gestellt werden. Der diagnostische Prozess umfasst typischerweise:
Selbsteinschätzung
Erste Orientierung durch Selbsttests wie diesen OCD Test. Dies ersetzt keine Diagnose, kann aber den Anstoß geben, professionelle Hilfe zu suchen.
Klinisches Interview
Ein ausführliches Gespräch mit einem Psychologen oder Psychiater. Hier werden Symptome, deren Dauer, Schweregrad und Auswirkungen erfasst.
Standardisierte Fragebögen
Einsatz von validierten Instrumenten wie Y-BOCS (Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale), OCI-R oder strukturierten Interviews (SKID).
Differenzialdiagnose
Ausschluss anderer Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen (Angststörungen, Depression, ADHS, Autismus-Spektrum-Störungen).
Diagnosestellung
Basierend auf den Kriterien des ICD-11 oder DSM-5 stellt der Fachmann eine Diagnose und bespricht Behandlungsoptionen.
Was sind die Auslöser für OCD?
Die Entstehung einer Zwangsstörung ist komplex. Was sind die Auslöser für OCD? Forschung zeigt, dass mehrere Faktoren zusammenwirken:
Genetische Veranlagung
Verwandte ersten Grades von OCD-Betroffenen haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Eine Meta-Analyse zeigte ein etwa 4-fach erhöhtes Risiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung (Pauls, 2010).
Neurobiologische Faktoren
Veränderungen im Serotonin-System und in Hirnregionen wie dem orbitofrontalen Kortex und den Basalganglien spielen eine Rolle.
Psychologische Faktoren
Denkmuster wie Überverantwortlichkeit, Perfektionismus und Intoleranz gegenüber Unsicherheit können OCD begünstigen.
Belastende Lebensereignisse
Stress, Traumata, Verlust oder große Veränderungen können den Beginn oder die Verschlechterung von OCD auslösen.
Ist OCD heilbar? – Behandlungsmöglichkeiten
Ist OCD heilbar? Diese Frage stellen sich viele Betroffene. Die ehrliche Antwort: OCD gilt als chronische Erkrankung, die in den meisten Fällen nicht vollständig "geheilt" wird – aber sie ist sehr gut behandelbar. Viele Menschen erreichen durch Therapie eine deutliche Symptomreduktion oder sogar Remission, also Phasen ohne nennenswerte Symptome.
Wichtig zu verstehen: Das Ziel der Behandlung ist nicht, niemals wieder einen Zwangsgedanken zu haben, sondern zu lernen, anders damit umzugehen. Die S3-Leitlinie der DGPPN (2022) empfiehlt als Goldstandard:
Exposition mit Reaktionsverhinderung (ERP) ist die wirksamste Therapie für OCD. Betroffene setzen sich systematisch angstauslösenden Situationen aus, ohne das Ritual auszuführen. Das Gehirn lernt: Die befürchteten Konsequenzen treten nicht ein.
Meta-Analysen zeigen, dass ERP zu großen Effektstärken führt und der Mehrzahl der Patienten hilft (Öst et al., 2015). Die S3-Leitlinie Zwangsstörungen (DGPPN, 2022) empfiehlt ERP als Erstlinienbehandlung.
Weitere Behandlungsoptionen:
- SSRI-Medikamente (Escitalopram, Fluoxetin, Sertralin etc.) können ergänzend helfen
- Kombination aus ERP + Medikamenten zeigt oft die besten Langzeitergebnisse
- Stationäre Behandlung bei schweren Fällen in spezialisierten Kliniken
OCD ist behandelbar. Viele Betroffene führen nach erfolgreicher Therapie ein erfülltes, normales Leben. Auch wenn Zwangsgedanken gelegentlich auftreten können, verlieren sie ihre Macht über dich. Du musst nicht alleine damit umgehen.
Was passiert bei OCD im Gehirn?
Was passiert bei OCD im Gehirn? Bildgebende Studien zeigen bei OCD-Betroffenen Auffälligkeiten in bestimmten Hirnregionen:
- Kortikostriatale Schaltkreise: Verbindungen zwischen Frontalhirn und Basalganglien zeigen veränderte Aktivität
- Orbitofrontaler Kortex: Erhöhte Aktivität in Bereichen für Bedrohungserkennung
- Serotonin-System: Ein Ungleichgewicht erklärt, warum SSRI-Medikamente wirken
Wichtig: Diese Veränderungen sind behandelbar. Studien zeigen, dass sich die Hirnaktivität nach erfolgreicher ERP-Therapie normalisieren kann.
Dieser Selbsttest kann keine Diagnose stellen. Er dient ausschließlich zur ersten Orientierung. Nur qualifizierte Fachleute (Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten) können eine Zwangsstörung diagnostizieren.
Wenn du dir Sorgen machst oder unter deinen Symptomen leidest, empfehlen wir dir dringend, professionelle Hilfe zu suchen – unabhängig von deinem Testergebnis.
Häufig gestellte Fragen zum OCD Test
Typische Anzeichen für OCD sind: Wiederkehrende, aufdringliche Gedanken, die Angst auslösen (Zwangsgedanken), und ritualisierte Handlungen zur Angstreduktion (Zwangshandlungen). Die Symptome nehmen oft >1 Stunde täglich ein und beeinträchtigen deinen Alltag erheblich. Dieser OCD Test kann eine erste Orientierung geben – eine Diagnose kann aber nur ein Fachmann stellen.
Eine offizielle OCD-Diagnose wird durch ein klinisches Interview mit einem Psychologen oder Psychiater gestellt. Dabei werden Symptome, Dauer und Schweregrad erfasst. Standardisierte Instrumente wie die Y-BOCS (Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale) helfen bei der Einschätzung. Selbsttests wie unser OCD Test können eine erste Orientierung bieten.
Nein, dieser Selbsttest ist kein diagnostisches Werkzeug. Er kann dir lediglich eine erste Orientierung geben. Eine offizielle Diagnose kann nur von qualifizierten Fachleuten (Psychologen, Psychiatern, Psychotherapeuten) gestellt werden.
Der Test umfasst 20 Fragen und dauert in der Regel 5-7 Minuten. Nimm dir Zeit und beantworte die Fragen ehrlich – es gibt keine richtigen oder falschen Antworten.
Nein, deine Antworten werden nicht gespeichert und nicht an uns übermittelt. Die Auswertung erfolgt vollständig in deinem Browser. Der OCD Test ist 100% anonym.
Typische Anzeichen sind: Aufdringliche Gedanken (über Schmutz, Gefahr, Ordnung, aggressive oder sexuelle Themen), Zwangshandlungen (Waschen, Kontrollieren, Ordnen, Zählen, mentale Rituale), erhöhter Zeitaufwand (>1 Stunde täglich), starker Leidensdruck und Beeinträchtigung von Alltag, Beruf oder Beziehungen.
Häufige Beispiele sind: Waschzwang (ständiges Händewaschen), Kontrollzwang (wiederholtes Überprüfen von Türen/Herd), aggressive Zwangsgedanken (Angst, anderen zu schaden), ROCD (Beziehungszweifel), Ordnungszwang (Symmetrie, "genau richtig"-Gefühl) und religiöse Zwänge (Angst vor Blasphemie).
OCD entsteht durch ein Zusammenspiel von: Genetik (familiäre Häufung), Neurobiologie (Serotonin-System, Hirnaktivität), Psychologie (Perfektionismus, Überverantwortlichkeit) und Umweltfaktoren (Stress, Trauma, belastende Lebensereignisse). Es gibt keine einzelne Ursache.
OCD gilt als chronische Erkrankung, ist aber sehr gut behandelbar. "Heilung" im Sinne von "nie wieder Zwangsgedanken" ist meist nicht das Ziel – vielmehr geht es darum, einen anderen Umgang damit zu lernen. Meta-Analysen zeigen, dass ERP-Therapie der Mehrheit der Betroffenen hilft, deutliche Verbesserungen zu erreichen. Viele erleben Phasen der Remission. Die meisten Betroffenen können nach erfolgreicher Behandlung ein normales, erfülltes Leben führen – auch wenn Symptome gelegentlich wieder auftreten können.
Wenn dein Ergebnis moderate oder deutliche Anzeichen zeigt, empfehlen wir dir: 1) Professionelle Hilfe suchen bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten, 2) Nach Spezialisten für OCD und ERP-Therapie fragen, 3) Die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen (zwaenge.de) als Ressource nutzen.
Die 15-Minuten-Regel ist eine Selbsthilfe-Technik: Wenn du den Drang verspürst, eine Zwangshandlung auszuführen, warte mindestens 15 Minuten. Nach dieser Zeit hat sich der Impuls oft abgeschwächt. Diese Technik hilft, den Zwang zu verzögern – sie ersetzt aber keine professionelle ERP-Therapie.
Ja, du kannst den Test jederzeit wiederholen. Beachte jedoch, dass deine Ergebnisse je nach Tagesform und aktueller Belastung variieren können. Für eine zuverlässige Einschätzung ist eine professionelle Diagnostik empfehlenswert.
Nächste Schritte nach dem OCD Test
Unabhängig von deinem Testergebnis: Wenn du unter wiederkehrenden Gedanken oder zwanghaften Handlungen leidest, verdienst du Unterstützung. Hier sind mögliche nächste Schritte:
Bei leichten Anzeichen: Beobachte deine Symptome, führe ein Tagebuch, informiere dich über OCD
Bei moderaten Anzeichen: Vereinbare einen Termin bei einem Psychologen oder Hausarzt
Bei deutlichen Anzeichen: Suche zeitnah professionelle Hilfe, frage nach ERP-spezialisierten Therapeuten
Therapeutensuche: therapie.de, kassenärztliche Vereinigung (Tel. 116117)
Selbsthilfe: Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen mit Beratung und Selbsthilfegruppen
Quellen und wissenschaftliche Grundlage
Dieser OCD Test basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und klinischen Leitlinien. Die Fragen orientieren sich an den diagnostischen Kriterien des ICD-11 und DSM-5 sowie an etablierten Screening-Instrumenten wie dem Y-BOCS.
Alle auf dieser Seite genannten Statistiken und Behandlungsempfehlungen stammen aus peer-reviewten Studien und offiziellen Leitlinien. Die verlinkten DOIs ermöglichen die Überprüfung der Originalquellen.
S3-Leitlinie Zwangsstörungen (DGPPN, 2022). AWMF-Registernummer 038-017. awmf.org
ICD-11 (WHO, 2024). Obsessive-compulsive disorder, Code 6B20. icd.who.int
DSM-5 (APA, 2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5th Edition.
Goodman, W. K., Price, L. H., Rasmussen, S. A., et al. (1989). The Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale: Development, Use, and Reliability. Archives of General Psychiatry, 46(11), 1006-1011. DOI: 10.1001/archpsyc.1989.01810110048007
Öst, L. G., Havnen, A., Hansen, B., & Kvale, G. (2015). Cognitive behavioral treatments of obsessive–compulsive disorder: A systematic review and meta-analysis. Clinical Psychology Review, 40, 156-169. DOI: 10.1016/j.cpr.2015.06.003
Ruscio, A. M., Stein, D. J., Chiu, W. T., & Kessler, R. C. (2010). The epidemiology of obsessive-compulsive disorder in the National Comorbidity Survey Replication. Molecular Psychiatry, 15(1), 53-63. DOI: 10.1038/mp.2008.94
Pauls, D. L. (2010). The genetics of obsessive-compulsive disorder: A review. Dialogues in Clinical Neuroscience, 12(2), 149-163. DOI: 10.31887/DCNS.2010.12.2/dpauls
Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. zwaenge.de
International OCD Foundation iocdf.org